Wer regelmäßig Sport treibt, beugt Alzheimer vor

Bei genetischer Vorbelastung ist der Effekt besonders groß

 Sportlich aktive Menschen er­kranken deutlich seltener an Alz­heimer. Das geht aus einer Studie hervor, die schwedische Wissen­schaftler jetzt in der Online-Ausga­be des Fachmagazins Lancet Neurology veröffentlicht haben. 

Wie die Forscher um Müa Kivipelto vom Aging Research Centre des Karo­linska Institutet in Stockholm berichten, senkt schon ein leichtes Training zweimal wöchentlich das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um 60 Prozent. 

Bei genetisch vorbe­lasteten Menschen wirke Sport sogar noch ausgeprägter gegen einen Ausbruch der durch Gedächtnisver­lust gekennzeichneten Krankheit.

Das Team um Müa Kivipelto hat­te 1 449 Menschen zwischen 65 und 79 Jahren untersucht, die rund zwanzig Jahre zuvor nach ihrem Freizeitverhalten und ihrem Gesundheitsstatus befragt worden waren. 
117 von ihnen litten mittlerwei­le an einer Demenz - also an einem Verlust ihrer geistigen Fähigkeiten. 
76 davon hatten Alzheimer - die häufigste Form von Demenz, bei der Gehirnzellen zerstört werden und Eiweißablagerungen im Gehirn entstehen. 
Es zeigte sich, dass Menschen, die sich zwanzig Jahre zuvor als sportlich aktiv beschrieben hatten, deutlich seltener von einer Demenz betroffen waren - unabhän­gig von anderen Faktoren wie Geschlecht, Alkohol- und Zigaretten­konsum oder Bildungsniveau.

Wie der Effekt zu Stande kommt, ist noch unklar. 

Möglicherweise ist es ein indirekter: Sport beugt Über­gewicht und Diabetes vor. 

Diese Krankheiten wiederum können den Ausbruch einer Demenz fördern. 

Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass Bewegung sich direkt auf bio­logische Prozess im Gehirn auswirke.

 Die Forscher sprechen sich nun dafür aus, die Bevölkerung zu mehr sportlicher Aktivität zu ermuntern. (abg.lmit dpa)

LancetNeurology, Online-Ausgabe